Blockchain Vorteile Nachteile

Vorteile und Nachteile der Blockchain-Technologie

Klar, Blockchain wird immer bekannter und jede Menge Startups schießen aus dem Boden, welche das Potenzial der Blockchain erkannt haben. Sogar globale Konzerne verstehen, dass sie sich damit auseinandersetzen müssen, obwohl deren Gewerbe nicht in der IT angesiedelt ist.
Doch ist die Blockchain wirklich die Lösung aller Probleme?

Um objektiv den Einsatz dieser populären Technologie bewerten zu können, möchte ich sie von mehreren Seiten beleuchten. Im Folgenden zeige ich die Vorteile auf, welche sie mit sich bringt. Demgegenüber enthalte ich euch nicht die Nachteile vor, die mit einhergehen. Somit erhaltet ihr ein besseres und tieferes Verständnis.

Welche Vorteile hat die Blockchain?

+ Einen ganz klaren Vorteil bietet die grundlegende Eigenschaft der Dezentralisierung. Es gibt keinen zentralen Verantwortlichen über das Netzwerk, sondern alle Teilnehmer sind gleichberechtigt. Die Datenbank ist verteilt, sodass jeder Teilnehmer stets eine synchronisierte, aktuelle Version der Daten besitzt. Anmerkung: Die verteilte Datenbank darf nicht verwechselt werden mit verteilten Systemen wie dem HDFS, dass zur parallelisierten Verarbeitung gigantischer Datensätze ausgelegt ist.

+ Aufgrund von sicheren Verschlüsselungsmethoden ist ein weiterer großer Vorteil die Manipulationssicherheit. Es gibt eigene Validierungs- und Autorisierungmechanismen quer durch das gesamte Netzwerk. Fälschungssichere mathematische Verfahren machen die Daten in der Blockchain zuverlässig und vertrauenswürdig. Die Integrität ist sichergestellt, da tausende von Minern jede Blockchain-Transaktion validieren. Es gibt auch nur eine einzige „single source of truth“. Jede unautorisierte Änderung im Netzwerk wird direkt offengelegt, sodass man sich der Richtigkeit absolut sicher sein kann. Sowieso sind die Daten in der Blockchain als hochqualitativ einzustufen: Sie sind vollständig, konsistent, zeitgetreu, akkurat und stets verfügbar.

+ Die dezentrale Datenhaltung mit unzähligen Replikationen führt zu einer massiven Ausfallsicherheit. Eine einzige Quelle, auf der sich die Daten befinden, stellt einen sogenannten „Single Point of Failure“ dar. Denn ein Ausfall dieser Datenquelle führt automatisch dazu, dass keine Datenabfragen möglich sind, bis der Fehler behoben ist. Cyber-Angreifer können solche Ausfälle mutwillig herbeiführen. Im Falle eines Konkurses des Providers oder bei Naturkatastrophen besteht sogar das Risiko, dass die Daten dauerhaft verloren gehen. Eine redundante Speicherung bei allen Teilnehmern des Netzwerks schützt vor Ausfällen und Datenverlusten.

+ Die Blockchain ermöglicht direkte Transaktionen unter den Teilnehmern, ohne dass eine dritte Instanz dazwischengeschaltet werden muss. Diese „Middle-Men“ wie bspw. Banken oder Notare sind damit nicht mehr notwendig. Insbesondere in Regionen, in welchen die Infrastruktur noch nicht soweit entwickelt ist oder viel Korruption vorherrscht, ist diese Technologie äußerst attraktiv. Die Teilnehmer können auf manipulationssichere Transaktionen vertrauen. Diese Mittelmänner zu umgehen und Geschäfte ohne Umweg abzuwickeln reduziert außerdem die Kosten, welche diese zwischengeschaltete Stelle häufig erhebt. Zusätzlich ist die direkte Transaktion oft viel schneller. In der Blockchain sind maximal 10 Minuten notwendig, über Drittsysteme kann es einige Tage dauern.

+ In der IT, Finance, der Verwaltung und vielen Bereichen des Unternehmens lassen sich Geschäftsprozesse optimieren: Schnellere Abläufe und höhere Qualitäten bei weniger Kosten sind durchaus realisierbar. Die Blockchain ermöglicht einfaches Tracking in Logistik– und Produktionsprozessen. Schwachstellen in Lieferketten werden automatisch aufgedeckt.
Mittels dieser Technologie lassen sich unternehmensübergreifende Analysen von Daten durchführen. Dadurch erhalten Verantwortliche im Unternehmen genauere Einblicke in die Marktlage und können bessere Entscheidungen treffen.

Welche Nachteile hat die Blockchain?

– Noch ist die Blockchain-Technologie nicht beliebig skalierbar. Würde man mit den Bitcoins ebenso viele Transaktionen tätigen, wie sie über Visa laufen, würden Daten mit hunderten von Terabyte anfallen. Diese sind, wie bereits besprochen, bei jedem Teilnehmer des Netzwerky abzuspeichern. So eine große Datenkapazität ist heutzutage für den Normalverbraucher nicht realistisch. Mit jedem Block wächst die Blockchain und damit der Speicheraufwand. Mit den steigenden Volumina wird die Internetverbindung stärker belastet. Damit solch große Blockchain-Daten im Netzwerk verteilt werden, ist eine robuste Internetleitung bei den Teilnehmern notwendig.

– Die Blockchain in die bestehende IT-Landschaft im Unternehmen einzubinden stellt derzeit noch eine Herausforderung dar. Hier ist es wichtig, darauf zu achten, dass vorhandene Software- und Hardwarekomponenten mit der Blockchain harmonieren. Mit Sicherheit wird es in der Anfangsphase einige Instabilitäten geben. Darüberhinaus ist es gut möglich, dass viele Enduser diese doch ungewöhnliche Technologie nicht akzeptieren könnten. Ein gutes Changemanagement ist hier sehr anzuraten. Zwar ist das Potenzial der Blockchain, Kosten und Zeit zu sparen, jedoch können die hohen Initialkosten abschreckend wirken.

– Der große Vorteil der Dezentralisierung bringt leider einen Nachteil mit sich. Da es keine zentrale, allein entscheidende, Instanz mehr gibt, sondern alle gleichermaßen berechtigt sind, kann es zu Spaltungen kommen. Wird ein Software-Update notwendig, den ein Teil des Netzwerks jedoch ablehnt, entzweit sich die Blockchain und wird zu zwei unabhängigen Netzwerken mit derselben Historie. Dieses Risiko der Fragmentierung führt zu einer Ungewissheit und dämpft die Power dieser Technologie.

– Obwohl das Netzwerk verteilt auf tausende von Usern ist, besteht ein Restrisiko der Manipulation. Gewinnt ein Teilnehmer über krumme Wege die Kontrolle über 51% der Teilnehmer-Knoten oder der Rechenleistung für das Mining, ist diese Person in der Lage, eine alternative Transaktionshistorie zu verfassen. Diese wird zur vermeintlichen Realität, wodurch andere Teilnehmer zu Schaden kommen, wie unschwer auszumalen ist. So kann etwa das selbe Geld mehrmals für einen Kauf eingesetzt werden. Klar, es ist schwer vorstellbar, dass jemand die 51% von tausenden Teilnehmern kontrolliert. Jedoch sind „unabhängige“ Miner zusammengeschlossen in Pools. Bereits vier der größten Bitcoin-Mining-Pools erreichen den Schwellwert, d.h. sie besitzen mehr als die Hälfte der Rechenleistung für das Mining von Bitcoins. Aus dieser Perspektive betrachtet ist eine Manipulation von böswilligen Teilnehmern nicht unmöglich.

– Die Blockchain ist von Natur inperformanter als eine zentrale Datenbank. Bei einer Transaktion fallen dieselben Aufgaben an wie für eine reguläre Datenbank. Zusätzlich kommen drei weitere:

  • Jede Transaktion muss über eine Signatur verifiziert werden. Ein komplexes mathematisches Kryptographieverfahren zur Verschlüsselung erfordert entsprechende Leistung.
  • Alle teilnehmenden Knoten müssen stets dieselben, aktuellen Daten besitzen. Der Synchronisationsprozess über ein derart groß verteiltes System ist aufwändig.
  • Ein und dieselbe Transaktion in der Blockchain muss von jedem Knoten im Netzwerk unabhängig prozessiert werden. Insgesamt fällt sehr viel Arbeit an für dasselbe Ergebnis.

Der Vergleich von Bitcoin mit Visa zeigt erneut einen Schwachpunkt auf: Während bei Visa 56000 Transaktionen pro Sekunde verarbeitet warden können, sin des in der Blockchain ganze sieben!

Transparenz. Was ein Vorteil sein kann, ist auf der anderen Seite ein Nachteil. Andere erhalten problemlos Einsicht in die eigene Transaktionshistorie, in die vergangene und sogar die zukünftige. Die Wettbewerber sehen Details wie Preise. Selbstverständlich möchte man als Privatperson nicht, dass jeder Teilnehmer die eigenen Einnahmen und Ausgaben sieht.

– Das Minen erfordert viel Rechenleistung. So probieren die Miner im Netzwerk des Bitcoins 450 Billiarden Lösungen pro Sekunde durch, um Transaktionen zu validieren. Dies führt zu einem unvorstellbaren Stromverbrauch.

 

Vorteile Nachteile Blockchain

Schlusswort

In diesem Beitrag habe ich einen Überblick gegeben, welche Potenziale die Blockchain-Technologie hat, jedoch auch die Beschränkungen aufgezeigt. Wie so alles auf der Welt gibt es bei dieser Thematik viele Vorteile und Nachteile. Meine klare Empfehlung ist: Bevor man vorschnell auf den Blockchain-Zug aufspringt, gilt es klare Analysen durchzuführen. Welche Probleme bestehen überhaupt? Können diese mithilfe der Blockchain gelöst werden? Gibt es bessere Alternativen? Was verspricht man sich davon, die Blockchain anstelle etwas anderem zu verwenden? Eine ausgiebige Auseinandersetzung mit den Zielen ist notwendig, um den Einsetzbarkeit zu entscheiden. Glaubst du an das Potenzial der Blockchain und willst dir in diesem frühen Stadium der Entwicklung Programmierkenntnisse aneignen? Dann arbeite das Tutorial durch.

Wie ihr seht, ist die Blockchain eine mächtige Technologie mit sehr viel Potenzial. Gleichzeitig setzen verschiedene Aspekte (noch) Grenzen zur Umsetzung. Es gibt schon coole Bereiche, in welchem die Blockchain eingesetzt wird, wie die Bitcoin. Andererseits ist noch allerhand Entwicklungsbedarf, um die Technologie tatsächlich zu etablieren.

 

Gibt es weitere Vor- und Nachteile der Blockchain, was ich nicht berücksichtigt habe? Schreibt gerne eure Anmerkungen in die Kommentare.
Bis bald auf meinem Blog!

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