Blockchain Internet

Blockchain – so bahnbrechend wie das Internet?

Was macht die Blockchain so besonders?

Spätestens seit dem letzten Jahr sind Kryptowährungen in aller Munde. Der Kurs von Bitcoin, Ethereum und Co. sind um mehrere hundert bis tausend Prozent gestiegen und haben so einige Millionäre hervorgebracht. Kein Wunder also, dass das digitale Gold zahlreiche Personen angezogen hat, die vom schnellen Reichtum träumten. Seitdem hat der Markt eine starke Korrektur vollzogen und die einstigen Glücksritter in die Realität zurückgeholt. Obwohl der finanzielle Gewinn im Vordergrund steht, vergessen viele Leute, dass sich dahinter eine beeindruckende Technologie verbirgt, die ähnlichen Einfluss auf unsere Gesellschaft nehmen kann, wie es das Internet bereits getan hat. Die Rede ist von der Blockchain-Technologie. Worum es sich dabei genau handelt und was daran so besonders ist, wird im folgenden Abschnitt erklärt.

Satoshi Nakamoto und die Entstehungsgeschichte der dezentralen Datenbanken

2008 stellte ein Programmierer unter dem Pseudonym „Satoshi Nakamoto“ erstmals ein digitales Finanzsystem vor, das keiner überwachenden Institution bedarf. Diese als Bitcoin bekannte Digitalwährung gründete auf einer direkten Kommunikation zwischen den einzelnen Rechnern, einem sogenannten Peer-to-Peer Netzwerk. Die zugrundeliegende Technik dahinter ist die Blockchain.
Durch den Wegfall der Intermediäre ist sie weniger anfällig für Korruption, Betrug und Machtmissbrauch. Sie bietet maximale Sicherheit und Transparenz und zugleich Erhalt der Privatsphäre. Weiterhin finden alle Transaktionen in digitalisierter Form statt. Somit sind sie insgesamt schneller und kostengünstiger. Die Transaktionszeit einer interkontinentalen Überweisung reduziert sich so von zwei bis fünf Tage auf eine regional unabhängige Überweisungsdauer von zehn Minuten. Die durchschnittlichen Überweisungskosten von 7,6% bei einem Betrag von 200 $, sinken zudem auf einen Anteil von 0,016%.

 

Das Grundlegende Konzept und die Funktionsweise

Das Konzept entspricht einem digitalen Kassensystem, das sämtliche Informationen dezentral bei den Teilnehmern speichert. Sicherheitsaufgaben und Kontrollmechanismen übernehmen somit die Teilnehmer des Systems. Hierfür verfügt jeder Teilnehmer über einen privaten und öffentlichen Schlüssel, womit sich seine Identität eindeutig zuordnen lässt. Eine Transaktion enthält einen Informationscode über die transferierende Geldeinheit, sowie den öffentlichen Schlüssel des Absenders und des Empfängers. Um die Richtigkeit der Buchung zu gewährleistet, werden sie in Blöcke zusammengefasst und an alle Teilnehmer geschickt. Die Teilnehmer überprüfen die Transaktion und bestätigen sie bei korrekten Angaben. Somit soll das mehrfache Versenden gleicher Geldeinheiten verhindert werden.
Die Verifizierung des Blocks geschieht mit Hilfe eines Zeitstempels, dem sogenannten Hashwert. Der Verifizierungsprozess wird als Mining bezeichnet. Dabei geht das Konzept auf den Informatiker Adam Back aus dem Jahre 2002 zurück. Hierfür wird eine kryptologische SHA-256 Funktion genutzt. Sie gilt als kollisionsresistent und ist als eine Einwegfunktion definiert. Es handelt sich somit um eine komplexe Rechenaufgabe, die in Form von 16 32-Bit Wörtern dargestellt wird. Kleinere Veränderungen der Nachricht verändern dabei den gesamten Hash. Dadurch gestaltet sich der Lösungsaufwand als äußerst komplex und zeitintensiv, wohingegen die Überprüfung sehr einfach ist. Das Verfahren gilt damit als äußerst sicher.
Jeder Block und darin enthaltene Transaktion ist somit eindeutig und transparent für alle Teilnehmer sichtbar. Da lediglich die öffentlichen Schlüssel bekannt sind, bleiben die Teilnehmer anonym. Jeder Block enthält neben seinem eigenen Hashwert auch den Wert des vorherigen Blocks. So setzten sich die Blöcke in eindeutiger und unveränderlicher Reihenfolge zu einer Kette zusammen.

 

Die 5 größten Vorteile der Technologie auf einem Blick

Nachdem geklärt wurde worum es sich überhaupt handelt und wie sie grundlegend funktioniert, ist natürlich wichtig welche Vorteile sie mit sich bringt. Dabei sind vor allem fünf Aspekte von besonders großer Bedeutung

  1. Transparenz
    Die Technologie beruht in den meisten Fällen auf einer Open-Source Lösung. Das bedeutet, dass der Programmcode frei zugänglich ist und Änderungen daran auf demokratische Basis geschehen. Somit entscheidet die Community in welche Richtung sich das Projekt entwickelt und welche Features integriert werden sollen. Außerdem sind alle Transaktionen innerhalb des Systems ebenfalls für alle ersichtlich. Dadurch ist es praktische unmöglich, Daten zu manipulieren und Änderungen zu persönlichen Vorteilen zu nutzen. Zudem können die einzelnen Coins bzw. Kryptowährungen mittels öffentlicher Daten und Umrechner jeder Zeit transparent verglichen werden.
  2. Geringe Transaktionskosten
    Wie im ersten Abschnitt bereits erwähnt beruht die Technologie auf einer direkten Verbindung der Rechner ohne, dass eine Kontrollinstanz benötigt wird. Dadurch werden erhebliche Kosten eingespart. Banken, Notare oder Versicherungen, deren primäre Aufgaben in der Überprüfung und Überwachung einzelner Prozesse liegen, werden dadurch zu großen Teilen überflüssig. Auf der anderen Seite profitiert der Nutzer von günstigeren Dienstleistungen.
  3. Schnellere Transaktionen
    Da das gesamte System vollständig digitale und ohne Zentraleinheit funktioniert, wird kein menschliches Personal oder externe Softwarelösungen benötigt. Dadurch sind Transaktionen innerhalb weniger Minuten möglich. Vor allem bei transatlantischen Geschäftsprozessen ist das ein erheblicher Vorteil. Wie bereits oben erwähnt, sind Transaktionen nicht nur rund um die Uhr möglich, sondern auch innerhalb kürzester Zeit abgeschlossenen. Dabei beträgt die Transaktionszeit beim Bitcoin laut White Paper nur 10 Minuten.
  4. Dezentralisierung
    Auch ein Aspekt der bereits erwähnt wurde: die dezentrale Infrastruktur. Ohne einen zentralen Datenpunkt, werden keine kostenintensiven Rechenzentren mehr benötigt. Stattdessen werden die Informationen als separate Datenschnipsel auf den Servern der einzelnen Teilnehmer gespeichert. Das macht das System in zweierlei Hinsicht extrem sicher. Zum einen ist es optimal geschützt vor externen Angriffen durch Hacker, Zensurrichtlinien oder äußeren Umwelteinflüssen und zum anderen bietet diese Form der Infrastruktur idealen Schutz vor internem Machtmissbrauch. Die Daten gehören somit keinem speziellen Unternehmen, der, wie im Falle von Facebook, diese für Marketing- oder Geschäftszwecke weiterverwenden kann. Dadurch werden der Datenschutz und die Privatsphäre jedes einzelnen Individuum enorm erhöht.
  5. Selbstregulierendes Netzwerk
    Um vom am Netzwerk teilnehmen zu können, benötigt jede Person die entsprechende Kryptowährung. Sie dient als wesentlicher Kontrollaspekt des Netzwerks und stellt die Stabilität sicher. Anstatt dass eine dritte Partei wichtige Entscheidungen trifft, sind die Teilnehmer selbst für die Entwicklung und den Inhalt zuständig. Im Falle eines dezentralen, sozialen Netzwerks etwa, werden die Teilnehmer für die Erstellung, Bewertung und das Teilen der Inhalte belohnt. Das hat zur Folge, dass ein eigenständiges Ökosystem entsteht, welches sich von Grund auf selbst finanziert. Durch den Kauf der Währung erhalten die Nutzer Zutritt zum Netzwerk. Mit jeder Aktion, sei es dem Posten eines Bildes, dem Liken oder Sharen, werden sie entlohnt. Dadurch werden sinnvolle Inhalte, sowie die Interaktion gleichermaßen gefördert.

 

Insofern kann sich jeder sein eigenes Bild machen, ob und inwiefern die Blockchain Technologie unsere Welt im 21. Jahrhundert genau so beeinflussen wird, wie das Internet zu seiner Zeit. Für uns ist es ein klares Ja mit starker Zuversicht für die Zukunft.

 

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